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Das Jahr des Autors
© Klaus Bielefeld Verlag, Friedland 2003 ISBN 3-89833-114-8 Illustration: Claudia Möhrle |
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Klappentext
»Das Jahr des Autors«
ist ein autobiographischer Tagebuchroman des Konstanzer Schriftstellers
Martin Stockburger über das Jahr 2000.
Es ist die subjektive Auseinandersetzung des Autors in fast täglichen Notizen mit sich und seiner Umwelt (Arbeit, Bekannte, Literaturbetrieb, Fernsehen, Lektüre usw.) und ergibt ein intensives, teils nachdenkliches, teils witziges Zeitbild der Gegenwart. |
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In der Nacht kam noch eine gute Verfilmung von Othello. Eine wirklich grausame, aber auch faszinierende Zeit. Las in der Stadtbibliothek den Artikel von Dieter Kief über die Buchvorstellung von Kinders Himmelhohem Krähengeschrei. Ich wollte eigentlich hin, habe es aber doch nicht geschafft. Er las auch Texte, die nicht in das Buch eingingen. Im Radio über Haslinger. War bei Claudia.
Heute ist Mittwoch. Was bringt es, wenn ich sage, was ich tat? Wen interessiert das? Wer liest das? Ach was. Ich habe begonnen, also muss ich weitermachen. Ich fühle mich so leer. Es fehlt mir die Zeit. Bin ich träge geworden? Ich stehe unter einem Zwang. Heute nichts Besonderes. Im Radio interessante Diskussion über Kleinverlage. Einer vom Verlag ‘Das Wunderhorn’ und einer von der DVA. Habe an beide meine Reisegeschichte geschickt. Beide haben sie abgelehnt. Was interessiert das? Denke positiv.
Heute las ich eine Erzählung von Ulrike Längle. Ich arbeitete einiges. Im Radio kam eine Besprechung eines Romans von Paul Morand. Ich las in Henry Millers Wendekreis des Krebses. Wenn ich gearbeitet habe, fühle ich mich erschöpft. Beim Einkaufen traute ich mich nicht, Cornelia anzusprechen. Ich wollte sie fragen, ob sie die Telefonnummer von Joe weiß. Ich ging wieder. Claudia war da.
Arbeitete heute einiges. Kochte. War in der Stadtbücherei. Las die Rezension des neuen Buches von Benjamin von Stuckrad-Barre und die Filmbesprechung von Onegin. Im Radio las Michael Schulte. Nun ist mein Urlaub bald vorbei. Was habe ich erreicht? Las in Robert Walsers Jakob von Gunten. Gefällt mir immer noch sehr. Man kann wahrscheinlich aus diesem Buch die Krise Robert Walsers herauslesen. Im SÜDKURIER Kief über Sarajlic und Ira Cohen.
War bei der Lesung in Oberdorf. Salomon, Kelter, Gahse und Kinder lasen. War kalt. Ging gleich wieder. Las Hesse im Bus. Morgen muss ich wieder zur Arbeit. Heute hat meine Mutter Geburtstag. Rief an. Gestern wieder lange ferngesehen. Kam gute Musik. Supergirl ist von Reamonn. Dieses Join Me finde ich auch nicht schlecht. Wie heißt die Frau, die I Will Love Again singt? Ist es Lara Fabian? Claudia war heute da. Lag am Nachmittag im Bett. Die Sonne schien. Fühle mich ein wenig angespannt. Empfinde dieses Tagebuchschreiben ein wenig als Zwang. Wäre gern frei von allen Verpflichtungen. Müsste hier einmal richtig aufräumen.
Angela Kreuz