Götterhämmerung
156 Seiten
9,90 Euro
© Klaus
Bielefeld Verlag, Friedland 2004
ISBN 3-89833-118-0
Umschlagillustration: Johannes Petrak
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Klappentext
Durchgeknallte Götter, internationale Geheimdienstagenten, machtsüchtige
Neonazis, arbeitslose Hobbyfilmer, schauspielernde Journalistinnen, Kaiser
Barbarossa und ein debiler Hund stehen im Mittelpunkt einer temporeichen
Treibjagd durch die Harzstadt Nordhausen. Und weil sich alles um einen
uralten mystischen Hammer dreht, drängt sich die Frage auf: sind die
alle behämmert?
»Götterhämmerung« räumt mit dem Vorurteil
auf, die germanischen Götter wären langweilig oder gar tot. Ein
witziger Fantasy-Klamauk, der mit allen Genres spielt und dabei keines
ernst nimmt.
*
Rezensionen
„Unglaublich, dachte die junge Frau, die vor dem Schaukasten des Theaters
stand und aufmerksam den Spielplan studierte.“ So beginnt Olaf Schulzes
Roman Götterhämmerung (Klaus Bielefeld Verlag Friedland) und
ein bißchen unglaublich, um nicht zu sagen, behämmert, geht
es in diesem „Fantasy-Klamauk“ zu, wie das Buch im Werbetext genannt wird.
Normalerweise lege ich solche Werke schnell wieder weg – aber hier ließ
ich mich in die Handlung rund ums Nordhäuser Stadttheater ziehen –
vielleicht weil reale Götter und irre Kleinstadttypen so hübsch
miteinander rummachen. Das ganze germanische Arsenal aus Asgard tritt auf,
mischt sich aus einer fernen Zeit in die unsere und da es auch noch um
den sagenhaften Hammer Mjölnir geht, den die Ermittler diverser geheimer
und öffentlicher Dienste suchen, hat das Ganze Krimi-Charakter. Olaf
Schulze war in verschiedenen Theaterberufen zu Hause und arbeitet jetzt
für ein Lokalradio, so daß er seine Pappenheimer kennt. Er kann
sowohl die Geschichte als auch die Historie mit Ironie und Humor erzählen,
mischt Kalauer in den Text und viele Szenen verraten den Sinn eines Theatermachers
für Situationskomik. Nebenbei lernen Unbedarfte, also Leute wie ich,
fast alles über die Faszination germanischen Götterkults auf
nationale Flachhirne.
Matthias Biskupek. Eulenspiegel 6/04
Was anfangs am roten Barte Barbarossas oder den blonden Zöpfen
Freyas herbeigezogen scheint, entpuppt sich schnell als geschichtsträchtige
Agentenkomödie. Ein Verwirrspiel, das die Theaterwurzeln des Schreibers
erkennen lässt.
Heiner Handtke, Publiker Nr. 6, 2004
Hat man sich erst festgelesen, und das geschieht bei Olaf Schulzes Buch
sehr schnell, kommt ein rasanter Roman zu Tage, der spannend ist, mit Humor
nicht geizt und sogar Wissen vermittelt. Olaf Schulze hat mit dieser „Götterhämmerung“
dem Harz-Städtchen ein feines literarisches Denkmal gesetzt.
Thomas Behlert im Magazin „Irgendwo in Deutschland“, Juli 2004
Durchgeknallt
Götter sind voll behämmert! Vor allem, wenn einer wie Thor,
der Chef der Götter-Meute, seinen Hammer verlegt. Dann mutiert Ragnarök,
die Götterdämmerung, eben zur Chaoten-Rallye. Als Handlungsort
hat sich Olaf Schulze seine Wahlheimat Nordhausen ausgesucht. Den verschnarchten
Ort, wo Kaiser Barbarossa auf seinem Kyffhäuser in den Tiefschlaf
fiel. Dort
mischen nun Götter den Thüringer Norden auf. Was mit scheinbar
unverbundenen Bröckchen amüsanter Kurzprosa beginnt, reiht sich
zielsicher zu einem sinnhaften Ganzen. Wobei "Sinn" eher zweitrangig ist
im Genre eines Fantasy-Klamauks mit durchgeknalltem Gottvater, zur Furie
mutierter Liebesgöttin, aufgescheuchten Lokaljournalisten. Was zählt,
ist Unterhaltung: Ein riesiger Lesespaß. Sicher vor den germanischen
Göttern ist die deutsche Provinz keinesfalls!
K. MÜLLER, Ostseezeitung an 15. Juli 2004
Die Götter sind behämmert
Zur dritten Herbstlesenacht im Schillerhaus am 2. Oktober (20 Uhr)
liest auch Olaf Schulze, ein Autor, der in Nordhausen zu Hause ist. Nicht
weit vom Kyffhäuser, am Fuß des Harzes. „Eine Gegend, die vollgestopft
ist mit altem Sagengut“, sagt er. Kein Wunder, dass die Sagengestalten
in seinem Buch „Götterhämmerung“ herumspuken. Ein gewisser Thor
zum Beispiel, entsprungen der germanischen Edda. „Götterhämmerung“
ist sein erstes Buch, im April erschienen: Eine wilde Jagd rund um den
Kyffhäuser - Agentenkomödie, Verwirrspiel, Satire auf neudeutsche
Hammerhelden.
„Mit der germanischen Götterwelt haben wir eine spannende Sagenwelt,
die wir einfach nicht den Rechten überlassen dürfen. Das wären
wirklich die falschen Erben. Da steckt Saft drin, Witz und Leben“, sagt
der 43-jährige Autor, der in Leipzig aufwuchs, mal Journalistik studieren
wollte, dann aber doch lieber das Theatermachen von der Pike auf lernte.
Vom Beleuchter und Kabelträger arbeitete er sich bis zum Assistenten
hinauf. War Kleindarsteller im Bergtheater Thale. Das will was heißen,
denn wer dort in lauen Sommernächten auf die Bergbühne durfte,
hatte den Oberindianer der DDR, Gojko Mitic, zum Fechtgegner.
Während seiner Theaterzeit in Quedlinburg studierte Olaf Schulze
im Fernstudium Dramaturgie, ging später als Regieassistent nach Eisenach
und wurde dann als Schauspieldramaturg nach Nordhausen gelockt. Wo er hängenblieb.
Mitten in der nordthüringischen Provinz. „Bis heute hat Nordhausen
ein Vermittlungsproblem“, erklärt Schulze. „Das begreifen da viele
Leute noch nicht. Dabei ist Nordhausen die eigentliche Kaiserstadt am Harz.
Da wurden die deutschen Kaiser tatsächlich geboren, während sie
Quedlinburg immer nur besucht haben.“
Seit ein paar Jahren ist Schulze Leiter des Offenen Kanals Nordhausen
(OKN), eines richtigen Bürgerradios, wie es sie in Thüringen
per Gesetz gibt. Finanziert von der dortigen Landesmedienanstalt und für
die Bürger eine echte Informationsquelle, eine Alternative zum privaten
Dudelfunk. „Mein Job ist es, die Leute dazu zu bringen, über ihre
eigenen Projekte zu berichten“, sagt er. „Es ist ihr Radio, sage ich immer.
Und das haben viele tatsächlich begriffen.“ Spätestens wenn auf
OKN die Lokalnachrichten laufen, schalten die Nordhausener ihre Radioapparate
ein.
Das Unverständnis freilich für die Provinzialität der
Nordhäuser Selbstvermarktung brachte Schulze vor drei Jahren dazu,
die erste Fassung seines Buches zu schreiben. An Freunden und Bekannten
testete er aus, ob die Story auch ankommt. Den Feinschliff bekam das Buch
im Klaus Bielefeld Verlag, der im niedersächsischen Friedland zu Hause
ist und Wert auf lesbare Veröffentlichungen legt. Dass seine Art Fantasy
bei den Harzer Buchhändler nicht gut ankam, versteht Olaf Schulze
schon. „Die Leute fragen eben eher nach Dieter Bohlen und solchen Dingen.
Da kann auch ein Buchhändler wenig ändern.“
Trotzdem verkauft sich das Buch. Besonders gut in der Walpurgishalle
in Thale am Hexentanzplatz. Das ist sowieso ein Ort, wo die Besucher noch
der alten germanischen Götterwelt begegnen können. Und der Odin
auf dem Cover des Buches ähnelt verblüffend dem Odin im Giebel
der Walpurgishalle. Dass er die Einladung seines Bruders Dietmar, am 2.
Oktober im Schillerhaus zu lesen, folgt, ist für Olaf selbstverständlich.
„Leipzig ist noch immer meine Heimat. Ich komme so oft wie möglich
her.“ Und gleich noch ein bisschen Werbung für die Sagenwelt des Südharzes
zu machen, das sei ja auch nicht schlecht, meint er.
geschrieben von: Ralf Julke am Montag, 13. September 2004
lizzy-online
Das Erstlingswerk von Olaf Schulze erzählt ein irrwitziges Abenteuer,
das den Leser amüsant unterhält, ohne dabei groß nachdenken
zu müssen ... ein Buch, welches sich bestens zur Abendlektüre
nach einem anstrengenden (oder auch nicht) Tag eignet.
H. Kliemannel, Der Golem
Mit viel Witz wird hier der anglosächsische Sprachimperialismus,
der in der deutschen Sprache Einzug hält, angeprangert. Eine leicht
zu lesende Lektüre, bei der der Leser nicht viel nachdenken muß,
sondern nur lachen.
www.bioregionalismus.de
Schulze ... verknüpft ... geschickt die Menschen aus unserer Gegenwart
– wie einen Projekte schmiedenden Loser oder eine junge, motivierte Journalistin
mit mythologischen Wesen, die ins Heute eingreifen – die sogar internationale
Geheimdienste auf Nordhausen aufmerksam machen.
Dr. Götz Ehrhardt (Thüringer Allgemeine, 24.2.05)
*
Leseprobe
Hammers Fehlen
Unglaublich, dachte die junge Frau, die vor dem Schaukasten des Theaters
stand und aufmerksam den Spielplan studierte. Vor Aufregung stützte
sie sich mit einer Hand an der Glasscheibe ab. Sie haben eine Walküre,
wer hätte das gedacht. Was auch immer der Begriff ‚Walküre’ auf
diesem Fetzen Papier zu bedeuten hatte, sie würde es herausfinden.
Offenbar handelte es sich hier um ein öffentliches Gebäude,
denn es gingen Leute hinein und auch wieder heraus. Allerdings schritten
sie nicht durch das große Portal, das auf mächtigen Säulen
ruhte und über einen die ganze Breite einnehmenden Treppengang erreichbar
war, sondern sie benutzten einen Nebeneingang rechts vom Gebäude.
Die Besucher sahen recht merkwürdig aus. Einige trugen gefährlich
aussehende abgerundete schwarze Kästen, die geeignet schienen, Neugeborene
oder Streitäxte oder beides zu verbergen. Andere waren in bunte Tücher
gehüllt oder hatten sich große, geschmacklose Hüte auf
dem Kopf gesetzt. Das alles war sehr aufregend. Sie versuchte sich auszumalen,
wie die anderen zu Hause auf ihre Schilderungen reagieren würden.
Etwas Pelziges strich ihr um die Beine, und eine feuchte Hundenase
berührte ihre linke Wade. Sie wirbelte herum und sah einen kleinen,
schmutziggrauen Hund, der intensiv ihre Bastsandalen zu untersuchen schien.
Ihr Götter, dachte sie, was ist denn das für ein Vieh?
Unmittelbar hinter der Kreatur stand ein Mann, den sie kaum als solchen
bezeichnen wollte. Er war über 50 Jahre alt und sehr dick. Er hatte
ein rosiges Gesicht und Wurstfinger, mit denen er eine lächerlich
dünne rote Hundeleine festhielt. Der Hundebesitzer schwitzte, als
wäre er gerade einem heißen Bade entstiegen.
„Was machst du denn? Wotan, aus!“ keuchte er kurzatmig.
„Wie bitte?“ fragte die junge Frau entsetzt.
„Oh, ich meine meinen Hund, entschuldigen Sie vielmals.“
„Er heißt Wotan?“ Ihr Gesicht drückte großes Unverständnis
aus.
„Ja, wieso? Das ist doch nicht ungewöhnlich, oder?“ fragte der
beleibte Mann zurück.
„Ich glaube, dieser Hund wird mich gleich anpinkeln“, sagte die Frau
gequält lächelnd. Im selben Moment hob der Angesprochene das
rechte Hinterbein.
Von einem Frauenfuß im Bastschuh sanft aber schwungvoll in die
Höhe gehoben, fand sich der Mischling einen knappen Meter weiter wieder
auf dem Boden zurück. Die Berührung des seltsam riechenden Fußes
brachte seine Gefühls- und Erfahrungswelt innerhalb einer Sekunde
so gründlich durcheinander, dass er sich nie wieder davon erholen
sollte.
„Wuff?“ machte der Hund und vergaß, was er eigentlich vorgehabt
hatte.
„Das hat er noch nie gemacht“, staunte der dicke Mann, der sich die
Stirnglatze mit einem nicht mehr ganz sauberen Taschentuch abwischte.
„Und er wird es auch nie wieder tun.“ Die junge Frau fasste ihren Gegenüber
schärfer ins Auge. Der Mann war extrem kurzatmig, roch nach kaltem
Zigarettenrauch, hatte 60 Pfund Übergewicht und höchstens noch
zehn Jahre zu leben. Seine Herzkranzgefäße verkalkten unaufhaltsam.
„Interessieren Sie sich für das Theater?“ fragte er, um dem Gespräch
eine andere Richtung zu geben. Dabei entblößte er eine Reihe
gelbbrauner Zähne.
Die junge Frau antwortete sehr schnell: „Ja, vor allem für diese
‚Walküre’ hier.“ Sie zeigte mit dem Finger auf die Schriftzeichen.
„O ja, das ist eine hervorragende Inszenierung“, wusste der Mann aufgeregt
zu berichten. „Sie müssen wissen, mein Bruder spielt da mit. Er ist
Komparse und steht in der Walhalla-Szene ganz vorn rechts am Bühnenrand.
Ich habe die Oper schon dreimal gesehen.“
Das Mädchen merkte, dass ihr der Unterkiefer unkontrolliert heruntergeklappt
war wie bei einem kaputten Nussknacker. „In der Walhalla-Szene?“ wiederholte
sie verblüfft.
„Ja, wenn Sie wollen, begleiten Sie mich am Mittwochabend, und ich
zeige Ihnen die Oper und das ganze Theater und überhaupt.“
Sie starrte entgeistert in die wasserblauen Augen des Opernfreundes.
„Das wäre sehr freundlich von Ihnen“, stieß sie jedes Wort einzeln
heraus.
„Oh, entschuldigen Sie vielmals, ich habe mich Ihnen ja noch gar nicht
vorgestellt! Mein Name ist Lehmann, Lothar Lehmann.“ Steif verbeugte er
sich und sah sie erwartungsvoll an.
Die Frau begriff zuerst nicht, was dieses Gebaren sollte, und schaute
ihn fragend an. Dann dämmerte ihr, dass er ihren Namen erwartete.
„Ach, äh, ja, so, Frieda ...“, sie blickte hilfesuchend auf den Theaterspielplan.
„... Lusan, Frieda Lusan“, sagte sie schließlich.
„Na so ein Zufall!“ kreischte Lehmann entzückt, „so heißt
doch auch die Inspizientin hier am Theater. Sind Sie mit ihr verwandt?
Hier auf Besuch in der großen Stadt?“
Frieda blickte ihn starr an.
„Ich dachte ja nur, wegen Ihrer Kleidung und der Frisur“, stammelte
Lehmann von dem durchdringenden Blick zutiefst verunsichert, der ihn aus
herrischen, stahlblauen Augen getroffen hatte. Er merkte instinktiv, dass
er etwas Falsches gesagt haben musste, denn die hübsche junge Dame
zog die Stirn in Falten und schniefte bedrohlich durch die Nase.
Friedas Worte schnitten wie frisch ausgepackte Rasierklingen in ein
schlaffes Doppelkinn: „Was stimmt nicht mit meiner Kleidung und der Frisur?“
Dem dicken Lothar wurde es extrem heiß unter Friedas strafendem
Blick. Mühsam versuchte er erst seine Gedanken zu ordnen und sie anschließend
in brauchbare Worte zu fassen. Letzteres erwies sich allerdings als äußerst
schwierig. „Zöpfe ... armdick ... Nachthemd“, murmelte er unverständlich.
„Wie meinen, Lehnsmann?“ setzte die Frau, die sich Frieda nannte, unerbittlich
nach.
„Die Zöpfe sind nicht so ganz, ich meine, das Kleid sieht aus
wie ...“, brabbelte Lehmann.
„Könnten Sie bitte etwas deutlicher werden!“ forderte Frieda ihn
mit einem ultimativen Tonfall auf, der geeignet schien, größere
Truppenverbände am Persischen Golf zu dirigieren. Sie atmete sehr,
sehr tief ein. Ihr Brustkorb hob sich, und ihr Busen ragte herausfordernd
unter dem gescholtenen Bekleidungsstück hervor.
„Ach, was soll’s.“ Lehmann gab auf. „Ich meine ja nur, dass ich schon
seit ewigen Zeiten niemanden mit solchen dicken, streng geflochtenen Zöpfen
gesehen habe. Und Ihr Kleid, entschuldigen Sie, Verehrteste, aber es sieht
aus wie ein Nachthemd.“
„Es würde mich interessieren, was sie von der Ewigkeit wissen,
Lehnsmann?“ grollte Frieda.
„Mein Name ist Lehmann und nicht Lehnsmann“, versuchte der Gemaßregelte
wieder Oberwasser zu erlangen.
„Und wenn schon“, erklärte die junge Frau schnippisch, „haben
Sie heute eigentlich schon mal in den Brunnen geschaut?“
„Bitte, was?“
„Ich meine, ob Sie heute schon mal ihr eigenes Gesicht und Ihren Leib
betrachtet haben?“
„Ähem, ich verstehe nicht ganz.“ Verdutzt blickte Lehmann die
seltsame Dame an.
„Wie auch immer“, Frieda wollte das Gespräch beenden, „wir treffen
uns also am Mittwochabend?“
„Pünktlich um sieben Uhr hier vor dem Theater, wenn es Ihnen recht
ist, gnädige Frau“, Lehmanns Stimme überschlug sich vor Freude.
„Es wäre mir eine große Ehre, wenn ich Sie einladen dürfte“,
plapperte er aufgeregt weiter.
„Dieser Wunsch sei Ihnen erfüllt! Und nun lassen Sie mich bitte
allein.“
Lehmann wollte nach Friedas Hand greifen, aber die war schon unter
dem ziemlich einfachen und plump nach unten fallenden Kleid verschwunden.
An Lehmanns Leine hing nun ein seelenlos vor sich hin starrendes Tier,
das nicht mehr wusste, woran es sein Hundeleben ausrichten sollte. „Komm“,
sagte Lehmann und zog an der Leine, die sich nach zehn Metern straffte
und den schlaffen Hund wie ein Plüschtier mit sich zerrte.
*
Leserreaktionen
Das "Buch" "Götterhämmerung ist ja wohl der letzte Dreck!
Muß wohl ein Betrunckener während seiner Dienstzeit geschrieben
haben? Der "Sender" O.k.n. ist eine Beleidigung für ganz Nordhausen.
Wer hier zuhört gewinnt den Eindruck das die Sendungen, nicht alle
aber die meisten, von einer Horde drogenabhängiger Junkies und Alkoholiker´n
gemacht werden! Leider muß der GEZ-Gebührenzahler soetwas auch
noch finanzieren. Das Geld währe bei den Arbeitslosen besser angelegt.
Wenn man kein Radio machen kann sollte man es lassen und die Menschheit
nicht belästigen! Auf baldige Abschaltung hoffend
Ihr Deletanten, Euer übergebenes Ohr!
stadtmagazin 28. August 2004 - 16:22 Uhr
Ich fand das Buch "Götterhämmerung" sehr phantasievoll. Wir
sind während unseres Ostseeurlaubs in einem Artikel der Ostsee-Zeitung
auf dieses aufmerksam geworden. Das "ergebene Ohr" hat wohl nie vom Inhalt
erfahren, noch diesen verstanden? Kann man OKN 100.4 auch im Saalfeld-Rudolstädter
Raum hören?
Joachim Langrock 3. September 2004 - 14:51 Uhr
aus Unterwirbach, Thüringen
http://www.mvt-thueringen.de
Olaf Schulze hat mit seinem Buch einen Volltreffer gelandet. In seine
mit feiner Ironie und Humor gespickte Erzählung werden Phantasy-Literatur
und national-dümmliche Deutschtümelei in einen spannenden Krimi
gesteckt und mit dem Charme einer ostdeutschen Kleinstadt gewürzt.
Langeweile ist bei dem fast 200 Seiten fassenden Buch ausgeschlossen. Groteske
Alltagssituationen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wechseln sich
ab und sorgen für Kurzweil. Wer eine vergnügliche Lektüre
sucht und Spaß an humorvollen Krimis besitzt, ist mit diesem Buch
gut bedient.
krossjr aus Ruppichteroth Deutschland, 13. Januar 2005