Schattenland

 

Stefan Melneczuk 

Schattenland

102 Seiten 
7,40 Euro
© Klaus Bielefeld Verlag, Friedland 1999 
ISBN 3-932325-52-4 
Illustration: Kristina Koch

Klappentext
Acht Kurzgeschichten dieses Bandes laden Freundinnen und Freunde der gepflegten Grusel-, Science Fiction- und Horrorstory zu einer kleinen Reise ins Schattenland ein - immer in der Hoffnung, daß sie auch wieder den Weg nach Hause finden. Wer schon immer einmal Gespenstern, Hexen, Phantomen, Verschwörern und Außerirdischen begegnen wollte, sollte sich direkt auf den Weg machen - und hoffen, daß nicht ganz unverhofft das Licht ausgeht ...

* * *

Die Seitenlage
- Alptraum 
- Steine 
- Hundert 
- Novembernacht 
- Kamera Sieben 
- Horch 39 
- Marterpfahl 
- Die Brücke 
* * *
Leseprobe
Novembernacht

Obwohl Chang die größten Probleme überstanden und durch den neuen Job das Darlehen für seine Wohnung mit einem Schlag bezahlt hatte, ging er weiterhin für das Taxiunternehmen seines Onkels auf Nachtfahrt. Die Rezession hatte auch in Santa Monica ihre Spuren hinterlassen, und immer noch lief das Geschäft schlecht. Lediglich die Nachteinsätze brachten gutes Geld. Die Clubs zogen eine Menge Publikum an, und so kam es, daß Chang auch in jener Novembernacht alle Hände voll zu tun hatte. Es war Viertel nach zwei, als er an einer belebten Straßenecke einen Mann mittleren Alters zusteigen ließ.
 »Guten Morgen«, lallte der Fremde leise, zog sich den Trenchcoat zurecht und ließ sich in den Beifahrersitz fallen. Der Club, der auf der gegenüberliegenden Seite der Straße mit großen Playboyhasen und aufwendiger Leuchtreklame warb, nannte sich THE MIRAGE und glich einem tobenden Menschennest, aus welchem ganze Scharen Betrunkener in den frühen Morgen ausschwärmten. Der Zugestiegene trug eine Nickelbrille und rümpfte die Nase. »Hm, hm«, setzte er an, noch schlimmer lallend. »Sie haben gerade eine Dame gefahren, was?« Er schlug die Wagentür zu. »Auch egal - äh - bringen Sie mich nur weg von hier, ja?« Der Fremde schnallte sich hastig an und fügte hinzu: »Ich glaube nämlich, ich werde, ach Gott, ich werde verfolgt.« Diesen Satz verschluckte er regelrecht, in einer übel anmutenden Mischung aus Rülpsen, Niesen und Husten seinem inneren Druck ein obszönes Ventil bietend. »Nun fahren Sie schon!«
 »Geht in Ordnung«, sagte Chang und schaltete den Zähler ein. »Wer verfolgt Sie denn?« Chang wußte, dies hätte er nicht gefragt, wäre sein Nebenmann nüchtern gewesen.
 »Oh«, raunte der Trenchcoatmann. »Ich glaube, es ist die CIA.«
 »Ja?«
 »Hören Sie schlecht?« Der Betrunkene rülpste abermals und lehnte sich zurück. Das Taxi brauste durch mehrere Nebenstraßen auf einen für die Nachtzeit stark befahrenen Highway. An einer grauen Hausfassade waren Demi Moore und Michael Douglas auf einem Plakat in inniger Pose zu sehen. »Haben Sie diesen Film schon - uh - gesehen?«
 Chang schüttelte den Kopf. »Nein.«
 »Ist ja auch egal - äh - wie heißt du?«
 »Chang«, sagte der Fahrer und konzentrierte sich wieder auf die Straße. »Mein Name ist Chang.«
 »Oh!« Der Betrunkene lächelte mit verschwitztem Gesicht. »Mein Name ist Ken, Chang.« Er reichte ihm die Hand. »Bekannt aus Film und Fernsehen - uhhhhhhhhhhhhh.«
 »Wo möchten Sie hin, Ken? Wohnen Sie in einem Hotel?« fragte der junge Mann und sah in den Rückspiegel.
 »Nein, Chang. Wie kommst du darauf? Ich bin auf, uhhhhhhh, ich bin seit ein paar Tagen auf der Flucht, und auf der Flucht braucht man doch wohl kein Hotel, hmmm? Da drinnen im Club hatte ich etwas Blondes, äh, Cindy oder so ...« Der Trenchcoatmann brachte es fertig, eine Zigarette aus den Tiefen seines Mantels zu fischen.
 »Rauchverbot, äh, ist hier Rauchver...«, stammelte der Fremde.
 »Nein«, gab Chang zurück. »Wo soll ich Sie hinfahren?«
 »Raus aus der Stadt, hm, fahr mich einfach raus aus dieser Stadt und ins nächste Motel. Muß irgendwo meinen Rausch ausschlafen - Chang. Hast du Kinder?«
 »Nein«, antwortete der Chinese geduldig und überholte zwei Trucks. »Leider keine Kinder.«
 Der Zugestiegene nickte stumpfsinnig. »Und eine Frau? Du hast doch sicher eine Frau, oder?«
 »Auch nicht.«
 »Schade«, sagte der Fremde. »Meine, äh, meine Frau wurde vor ein oder zwei Tagen weggeholt. Weiß der Teufffffffel wo sie jetzt ist.«
 »Weggeholt?«
 »Entführt, Chang - du bist mir aber ein Neugieriger. Seid ihr kleinen Menschen alle so neugierig - ach Mann - 'tschuldigung - aber ich glaube, ich hab' einen über den Durst gekippt.«
 Chang nickte stumm - einige Jahre hatte es gedauert, bis er dieses Verhalten erlernt hatte. Höflichkeit ist das A und O in unserem Beruf, hatte Onkel Li ihm immer zu sagen gepflegt.
 »Ihre Frau ist entführt worden?« hakte Chang nach.
 »Hmmmmm.« Der Betrunkene lächelte, und Chang bemerkte, daß dem Fremden nun eine Träne über das Gesicht lief. »Das machen sie mit allen, die zuviel wissen könnten von dieser ganzen Schei...«
 »Wen meinen Sie damit?« Sie durchquerten einen langen Tunnel.
 »Ich war, ha, ha, ich war mit einem Shuttle da oben, Chang.« Jetzt kurbelte der Zugestiegene das Seitenfenster hinab und zeigte mit seiner rechten Hand steil aufwärts, während ihm der Fahrtwind ins Gesicht schlug. »Ich bin mit der Discovery geflogen, Chang.«
 »Sie sind von der NASA?« grinste der Fahrer.
 »NASA!« lachte der Mann und schlug Chang auf die Schultern. »Du hast wohl noch nie so einen wie mich mitgenommen, was?«
 »Die Leute erzählen eine Menge, wenn ich sie fahre, Ken.«
 »Ja, das glaube ich dir.« Dieser Satz des Fremden klang erstaunlich nüchtern. »Ja, das glaube ich dir wirklich, kleiner Mann. Aber glaubst du denn auch, daß sie alle die Wahrheit sagen, hmmm? Ich meine, glaubst du denn auch, daß die Leute vom Fernsehen alles wissen, was da draußen vor sich geht?«
 »Nein«, sagte Chang nur. »Das glaubt wohl niemand.«
 »Na also«, sagte der Betrunkene und wies Chang an, noch schneller zu fahren. »Die Kerle bei CNN sind Lügner, mein Freund. Da oben ist alles ganz anders, als sie uns weismachen wollen.« Wieder zeigte der Trenchcoatmann in den Nachthimmel.
 »Was ist anders?«
 »Ich habe selbst gesehen, daß alles anders ist, Chang.«
 »Aber was denn?« Der Fahrer begann, aufmerksamer zuzuhören. Der Fremde hustete zwei endlose Minuten lang. »Alles ist ganz anders, als die verdammten Hunde uns glauben machen wollen. Sie erzählen uns etwas von Mäuseexperimenten und fragen sich, ob wir es da oben schon mal mit einer Frau gemacht haben, verstehst du, Chang? Sicher haben sie es da oben schon mal probiert, aber darum geht es doch gar nicht - Gott, Gott, ohhhhhhhhh, Chang, fahr ran fahr ran bitte fahr ganz schnell ran.« Und er gehorchte. Der Trenchcoatmann lag wenige Sekunden später in einem Vorgarten. Der Taxifahrer stützte ihn. »Mein Gott, was habe ich nicht alles getrunken.«
 »Geht es wieder?«
 »Wir fahren weiter«, entgegnete der Mann namens Ken, putzte sich den Mund am Ärmel seines Mantels ab und ließ sich erneut fallen. »Es geht schon wieder.« Die Worte des Fremden klangen jetzt verständlicher. »Chang?« fragte er mit einem Mal nüchtern ins Licht der entgegenkommenden Autos.
 Chang riskierte noch einmal einen Blick in den Rückspiegel. »Ja?«
 Der Trenchcoatmann sah ihn an. »Wenn du noch alle Sinne beisammen hast, dann läßt du mich bald aussteigen. Am besten am nächsten Motel. Und dann packst du deine Koffer. Du brauchst viele Lebensmittel, verdammt viele Lebensmittel, warme Kleidung, und dann ab mit dir in die Rocky Mountains oder sonstwohin, wo niemand wohnt. Und wenn du eine Waffe hast, dann nimm auch sie mit.«
 »Ich verstehe nicht ganz, Mister.« Sie waren inzwischen wieder auf dem Highway und brausten viel zu schnell durch die Dunkelheit. Chang blieb gelassen.
 »Du kannst mich ruhig Ken nennen, hmmmmmmmmmmm ...«
 »Warum sollte ich so etwas tun, Ken?«
 Der Fremde lachte wieder sein betrunkenes Lachen und beugte sich zu Chang hinüber. »Weil hier in ein paar Tagen die Post abgeht! In ein paar Tagen geht hier die Post ab, Mann! Weißt du eigentlich, wo Sibirien liegt, kleiner Mann?«
 »In etwa«, gab Chang zurück. »Hören Sie ...«
 »Sehr gut, sehr gut!« flitzte es aus dem Mund des Zugestiegenen. »1908 hat es da ganz schön gerumst, mein Freund. Die Menschen in Rußland erzählen sich noch heute davon. Als es damals vom Himmel kam, hat es in einem Umkreis von Kilometern alle Bäume umgelegt - Chang - ganze Wälder! Die haben uns jahrzehntelang verkauft, es sei ein Meteorit oder so etwas gewesen, Chang. Du weißt doch, was ein Meteorit ist, hm?« Der Fremde stöhnte auf. »Dieses Ding hat sich dreieinhalb Kilometer tief in die Erde gebohrt, und viele Jahre haben die Russen danach gegraben, während sie der Welt erzählten, sie wüßten von nichts!« Chang nickte, schielte auf seine Armbanduhr, doch der Fremde sprach unbeirrt weiter. »Alles Unsinn, was die uns über Jahre hinweg erzählt haben. Chang, du weißt das, ich weiß das. 1986 schließlich haben sie das Ding gefunden - ohne einen Kratzer. Sie haben damals dieses Kernkraftwerk in der Ukraine absichtlich den Bach runtergehen lassen, um die Welt von der Operation in Sibirien abzulenken und ihren Geheimdienst zu decken.«
 »Es war kein Meteorit, den sie gefunden haben?«
 Jetzt kicherte der Zugestiegene. »Ha, ha, haaaaaaaaa! - Das Ding, das sie in Sibirien aus dem Boden geholt haben, ist kugelrund und sehr, sehr, sehr robust. Wir kennen das Metall nicht - selbst ihr Chinesen kennt das Zeug nicht. Aber was wir wissen, ist, daß es starke Signale abgibt. Und nicht erst seit gestern - Chang. Wir haben das erst allmählich begriffen, zu Fuß sozusagen, hm, uh, uhhhhhhhhh ...«
 »Eine Sonde?«
 Der Zugestiegene war jetzt völlig außer sich. »Der Kandidat gewinnt den Hauptpreis - Leute! Chang bekommt den Hauptpreis, ja, ja, ja! In der Tat - eine Sonde, mein Freund, und dieses Ding kam von sehr, sehr weit her. 78 Jahre lang lag sie im Bauch von Mutter Erde, bevor ein Mensch sie überhaupt zu Gesicht bekommen hat.« Wieder hustete der Fremde in bedrohlichen Ausmaßen. »Es hat lange gedauert, bis die Russen uns rangelassen haben. Sie lassen nämlich nur jemanden ran, wenn sie wirklich Angst vor etwas haben. Ein paar IBM-Spinner aus Washington haben es geschafft, die Signale der Kugel zu entschlüsseln. Der Sender hat eine Reichweite von fast hundertzwanzigtausend Lichtjahren, Chang. Niemand, wirklich niemand konnte sagen, warum wir dieses Ding in Sibirien niemals vorher bemerkt haben mit all unseren Spionageapparaten und Empfängern. Na ja, und dann wurden reihenweise Shuttles nach oben geschickt, weil sie dachten, daß es zwischen Mond und Erde so etwas wie einen Verstärker geben muß für die Signale der Kugel. Und - was soll ich sagen? Unser Flug hat dieses Ding tatsächlich gefunden, in einer sehr, sehr weiten Umlaufbahn. Es sah aus, hmm, es sah aus wie eine verdammt große Rosine aus Metall und Leitungen - ich habe den Verstärker mit eigenen Augen gesehen, Chang! Erst beim dritten Anlauf konnten wir die Kiste einfangen und mit uns nach unten nehmen. Wir drei an Bord glaubten wirklich, sie würden uns mit diesem Wissen laufen lassen! Den Kontrollbehörden und der Öffentlichkeit erzählten sie dann etwas von einem defekten Fernsehsatelliten, ja, ja, ja, und wir hätten ihn zur Reparatur mit nach Hause gebracht. In Zeiten knapper Kassen haben ihnen alle geglaubt, Chang, Milliardeneinsparung und so ein Mist alles. In einem Geheimbunker in Nevada haben sie die Rosine in die Luft gejagt, um den Sender damit zum Schweigen zu bringen.«
 »Hm ... Angenommen, Sie sagen die Wahrheit, Ken«, setzte Chang an. »Was für eine Botschaft war es, die diese Kugel aus Sibirien nach oben gefunkt hat?«
 »Ach, Chang«, entgegnete der Fremde verständnislos. »Sie haben uns eine Menge Papier unterschreiben lassen und mit bösen Konsequenzen gedroht für den Fall, daß wir drei etwas ausplaudern. Und zwei Millionen in bar. Für jeden von uns. Ich würde zu gerne wissen, wer an Bord sich nicht an die Abmachung gehalten hat, Chang. Ich jedenfalls habe immer meinen Mund gehalten. Aber egal: Vor zwei Wochen begannen sie damit, einen nach dem anderen von uns Piloten aus dem Verkehr zu ziehen - samt Familien. Zwei tragische Unfälle. Nicht sehr spektakulär, Chang. Ich bin der einzige, der es bis hierhin geschafft hat, befürchte ich. Die CIA hat nicht vor, es zu einer Panik kommen zu lassen, mein Freund. Nun, und was die Botschaft angeht, Chang, die kannst du dir doch sicher denken, hm?«
 »Ich glaube nicht, Ken.« erwiderte der Chinese.
 Der Trenchcoatmann klopfte dem Fahrer auf die Schulter. »Schade - sehr, sehr, sehr schade. Ein Wort nur, Chang, dieses gottverdammte Ding hat 78 Jahre lang nur ein einziges Wort nach da oben geschickt.« Der Fremde lächelte seltsam: »Fleisch.«
 »Fleisch?« fragte der Taxifahrer.
 »Fleisch, Fleisch, Fleisch, immer und immer wieder Fleisch, Chang. Natürlich in Verbindung mit unserer Position in der Milchstraße, versteht sich. Es sind auch ein paar Bilder von der Erde dabei, die die Kugel vor ihrem Einschlag in Sibirien geschossen haben muß.«
 »Oh Mann«, pfiff Chang leise vor sich hin. »Und das soll ich Ihnen im Ernst abnehmen?«
 »Hm«, sagte der Zugestiegene, jetzt wieder lallend. »Ein Horchposten nicht weit von hier hat vor zwei Wochen Bewegungen gemeldet.«
 Chang stutzte. »Was für Bewegungen?«
 Der Zugestiegene zuckte mit den Schultern. »Weiß der Teufel. Wahrscheinlich verdammt viel Verkehr da oben. Wenn sich die ersten von ihnen nach Empfang des Signals vor 78 Jahren auf den Weg zu uns gemacht haben, dann reisen sie von weit her an, Chang. Und so, wie es aussieht, brauchen sie schon lange keine Straßenkarte mehr, um uns zu finden. Der verfluchte Sender aus Sibirien plärrt nämlich immer noch, und du kannst mir glauben, unsere Jungs haben alles versucht, ihn zum Schweigen zu bringen. Aber es ist einfach nicht abzuschalten, das Ding. Das Signal ist zwar etwas schwächer geworden ohne Rosine, aber das Pentagon befürchtet, es genügt trotzdem, um uns ausfindig zu machen«, schloß der Trenchcoatmann leise und beugte sich wieder zur Seite. »Und, uhh - und wenn die da oben den Weg hierhin finden, und Chang, das werden sie, dann Gnade uns Gott. Für sie sind wir nicht mehr als Futter, mein Junge. Der Präsident zögert noch, die Armee in Alarmbereitschaft zu versetzen, und das hat gute Gründe.«
 »Welche denn?« fragte Chang.
 »Erinnerst du dich noch an Kennedy?« gab der Trenchcoatmann nervös zurück, und er sah, daß er seinen Fahrer damit verblüffte. »Ihm nämlich hat es damals den Kopf gekostet, als 1962 vor Kuba eine offensichtlich abgestürzte Rosine aus dem Meer gefischt wurde und er den Kongreß ein halbes Jahr später über den Vorfall informieren wollte. Die Russen haben das Ding damals geborgen. Selbst Fidel Castro wirft seit ein paar Tagen einen nervösen Blick zum Himmel - garantiert.« Der Trenchcoatmann deutete auf ein Schild mit der Aufschrift »Dubforth Motel vier Meilen« und lallte: »Und dort läßt du mich bitte gleich aussteigen, okay? Ich bin sehr müde.« Der Chinese nickte schweigend und gab Gas.
 »Ich verbringe jetzt noch ein paar schöne Tage, bis die Show da oben losgeht, Chang. Und wenn du vernünftig bist, dann machst auch du ein langes Picknick in den Rockys, bis alles vorbei ist.«
 Das Taxi rollte eine Auffahrt hinauf und kam vor einem verwahrlosten Holzgebäude mit altem Motel-Schild zum Stehen. Der Trenchcoatmann zahlte in bar und mit einem für die Rezessionszeit viel zu hohen Trinkgeld. Dann stieß er die Beifahrertür auf, arbeitete sich nach draußen und stolperte eine laut quietschende Treppe hinauf, seinen Kopf hin und her schüttelnd. Chang blickte ihm unschlüssig nach, biß sich auf die Unterlippe und überlegte, ob er jetzt nicht besser einen Schalldämpfer benutzen sollte. Der Mantel des Trenchcoatmannes warf lange Falten und wehte im Wind.
 


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Pressestimmen

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Aus seinem literarischen Vorbild macht er kein Hehl. "Ich liebe Edgar Allan Poe", gesteht Stefan Melneczuk. Jetzt schickt sich der Hattinger Autor an, in die Fußstapfen seines Idols zu treten ... So rabenschwarz schaurig, kaltes Entsetzen lustvoll beschreibend, dennoch nicht immer ohne Humor geht es in den acht unheimlichen Kurzgeschichten zu, die Melneczuk für sein Buchdebüt aus seinen über 100 Kurzgeschichten ausgesucht hat  ...
WAZ-Hattingen v. 29.5.99